Klavierstücke / Werke für Klavier zu vier Händen

 

Joseph Haydn Werke, Reihe XIX/XX
Hrsg. v. Sonja Gerlach
München: Henle, 2006
XXIII, 198 Seiten, davon 119 Notenseiten, dazu Vorwort und Kritischer Bericht

 

Haydns Klavierstücke wurden von Sonja Gerlach bereits 1969 in einer praktischen Ausgabe ediert, die als Vorabdruck zur Gesamtausgabe konzipiert war. Auch wenn der Gesamtausgabenband auf dieser Ausgabe fußt, war es doch notwendig, den gesamten Notentext neu zu setzen. Zum einen haben sich viele Veränderungen ergeben, da neue Forschungen und Funde zu einer genaueren Bewertung der herangezogenen Quellen führten. Zum andern wurden mehrere Stücke in den Band neu aufgenommen; dies betrifft insbesondere Klavierbearbeitungen verschiedener Werke Haydns, die wahrscheinlich vom Komponisten selbst stammen. Haydns einziges vierhändiges Klavierstück war schon deshalb neu zu setzen, weil es in der praktischen Vorabausgabe (1970) nicht in Partitur angeordnet war.

Der Band enthält: Capriccio in G „Acht Sauschneider müssen seyn“ Hob. XVII:1; Variationen in A Hob. XVII:2; Variationen in Es Hob. XVII:3; „Différentes petites pièces faciles et agréables“ (bestehend aus dem originalen Klavierstück Hob. XVII :9 und neun wohl von Haydn stammenden Bearbeitungen aus Sinfonien und Opern); Capriccio in C (Fantasie) Hob. XVII:4, Variationen in C Hob. XVII:5; Sonate in f (bekannt als „F-Moll-Variationen“) Hob. XVII:6; Adagio in G (Urfassung des langsamen Satzes aus dem Klaviertrio Hob. XV:22) und das vierhändige Divertimento in F „Il maestro e lo scolare“ Hob. XVIIa:1.

In den Anhang sind Klavierstücke zweifelhafter Echtheit aufgenommen (eine zusätzliche Variation zu Hob. XVII:2 und die Variationen in D Hob. XVII:7), dazu drei Klavierbearbeitungen, die von Haydn selbst stammen könnten (Sätze aus den Sinfonien Hob. I:93, 94 und 97). Weiterhin enthält der Anhang zwei Seiten mit Skizzen in Faksimile und Übertragung.

Der Kritische Bericht ist mit 78 Seiten ungewöhnlich umfangreich. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass viele apokryphe Werke auf ihre mögliche Echtheit zu prüfen waren. Auch von zahlreichen Bearbeitungen war zu klären, ob sie auf Haydn selbst zurückgehen könnten. Die Zahl der durch diese Untersuchungen aus dem Werkkorpus auszuschließenden Stücke übertrifft die im Band veröffentlichten um ein Vielfaches.


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