Volksliedbearbeitungen Nr. 269–463. Schottische und walisische Lieder für George Thomson

 

Joseph Haydn Werke, Reihe XXXII, Band 4
Hrsg. v. Majorie Rycroft in Verbindung mit Warwick Edwards und Kirsteen McCue
München: Henle, 2004
XXIII, 327 Seiten, davon 256 Noten- und Liedtextseiten, dazu Vorwort und Kritischer Bericht

 

Der Band enthält die 96 Bearbeitungen vor allem walisischer, daneben auch schottischer und irischer Volkslieder für eine oder zwei Singstimmen mit Klavier, Violine und Violoncello, die Haydn 1803 und 1804 dem schottischen Volksliedenthusiasten und Herausgeber George Thomson verkaufte. Mindestens 23 dieser Bearbeitungen stammen nicht von Haydn selbst, sondern von seinem Schüler Sigismund Neukomm (sie sind in Neukomms Autograph erhalten); bei einigen weiteren ist die Mitwirkung Neukomms oder anderer Schüler denkbar. (In jedem Fall ist aber von einem Einfluss Haydns auf die Bearbeitung auszugehen, so dass es sich zumindest um Notentexte aus der “Werkstatt Haydn” handelt.) Neukomms Autographe und die zu allen Liedern des Bandes erhaltenen, von Haydn nach Edinburgh geschickten Kopistenabschriften sind untextiert, da Thomson nur die Melodien zur Bearbeitung sandte und oft erst für die Veröffentlichung entschied, welche Worte er einer Melodie zuordnete. Somit sind die von Thomson veröffentlichten Drucke die einzige Quelle für die Texte.
25 der von Haydn gelieferten Bearbeitungen veröffentlichte Thomson nicht; damit fehlt auch die Textunterlegung. Diese Lieder werden hier erstmals gedruckt. Für einige davon konnte die von Thomson intendierte Textierung rekonstruiert werden, fünf aber können nur ohne Text veröffentlicht werden. Vier Lieder werden zudem in zwei Fassungen abgedruckt. Im Kritischen Bericht des Bandes sind zahlreiche Dokumente veröffentlicht, die zur Ermittlung der Chronologie der Lieder dienten; außerdem finden sich dort die von Thomson für einige Lieder vorgesehenen Alternativtexte und ein Faksimile seines Vorworts zum ersten Band der Sammlung walisischer Lieder.


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