Trios für Blas- und Streichinstrumente

 

Joseph Haydn Werke, Reihe IX
Hrsg. v. Andreas Friesenhagen
München: Henle, 2004
XIII, 96 Seiten, davon 76 Notenseiten, dazu Vorwort und Kritischer Bericht

 

Der Band enthält das Divertimento Hob. IV:5 für Horn, Violine und Violoncello, die Divertimenti Hob. IV:6–11 für Violine oder Flöte, Violine und Violoncello sowie die Trios Hob. IV:1–4 für zwei Flöten und Violoncello (die sogenannten “Londoner Trios”). Im Anhang ist das Divertimento Hob. IV:G2 für Flöte, Violine und Violoncello wiedergegeben, bei dem es sich wahrscheinlich um eine in Haydns Umkreis entstandene Bearbeitung eines Satzes aus einem unbekannten Haydnschen Barytontrio handelt.
Weder als Kompositionsgattung noch hinsichtlich ihrer Besetzung oder Entstehungszeit bilden diese Werke eine homogene Gruppe. Das Divertimento Hob. IV:5 schrieb Haydn 1767 für einen Hornisten der Esterházyschen Hofkapelle, wohl den außerordentlich befähigten Virtuosen Carl Franz. (Dieser frühen Schaffensphase wäre – falls es sich um eine Komposition Haydns handelt – auch das im Anhang wiedergegebene Divertimento zuzuordnen.)
Wesentlich später entstanden die sechs Divertimenti Hob. IV:6–11, deren Sätze zum Teil Bearbeitungen älterer Kompositionen Haydns sind. Haydn verkaufte sie 1784 an den Londoner Verleger William Forster, der sie im selben Jahr veröffentlichte und vermutlich auch bei Haydn in Auftrag gegeben hatte.
Zehn Jahre später, während seines zweiten Englandaufenthalts, komponierte Haydn die Trios Hob. IV:1–4. Sie sind in den handschriftlichen Quellen als zwei dreisätzige Werke (Hob. IV:1, 3) und zwei Einzelsätze (Hob. IV:2, 4) überliefert. Die 1799 bei Monzani in London erschienene Erstausgabe enthält ein dreisätziges “Trio I” (= Hob. IV:1) und ein zweisätziges “Trio II”, dessen Satzzusammenstellung allerdings von der handschriftlichen Überlieferung abweicht (der Einzelsatz Hob. IV:2 ist hier mit dem Schlusssatz aus Hob. IV:3 kombiniert). Der Erstausgabe zufolge schrieb Haydn die beiden gedruckten Trios für zwei englische Adlige: das erste für Baronet Willoughby Aston, das zweite für Willoughby Bertie, 4th Earl of Abingdon, der zu Haydns engsten Londoner Bekannten zählte.


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