Die Schöpfung. Oratorium 1798

 

Joseph Haydn Werke, Reihe XXVIII, Band 3I, 3II
Hrsg. v. Annette Oppermann
München: Henle, 2008
XXVI, 503 Seiten, davon 433 Notenseiten, dazu Vorwort und Kritischer Bericht

 

Das Autograph des Oratoriums Die Schöpfung ging offenbar schon zu Haydns Lebzeiten verloren. Die wichtigsten Quellen sind daher Abschriften, die Haydn selbst hat anlegen lassen: Zum einen das von ihm benutzte Aufführungsmaterial in der Wienbibliothek (bislang Stadt- und Landesbibliothek Wien), zum anderen mehrere Partituren. Die Hauptquelle der Edition ist die Stichvorlage zur von Haydn im Selbstverlag veröffentlichten Originalausgabe. Hier – und nicht etwa in der Originalausgabe selbst, die offenbar keine auf Haydn zurückgehenden Änderungen mehr enthält – ist die Fassung letzter Hand dokumentiert. Weiterhin wurden für die Konstituierung des Notentextes zwei frühere Abschriften herangezogen, die der Stichvorlage teils als Vorlage gedient haben, eine Partitur für den Generalbassspieler und Haydns Arbeits- und Dirigierpartitur. Die Aufführungsstimmen, die einen anderen Zweig der Überlieferung bilden, dienen als Nebenquellen. Aus den Handschriften (sowohl Partituren als auch Stimmen) sind an mehreren Stellen frühere Fassungen zu rekonstruieren; sie werden im Kritischen Bericht dokumentiert. In den Haupttext aufgenommen wurde dagegen die Unterlegung des englischen Textes. Haydn und sein Librettist Gottfried van Swieten haben die Schöpfung von Anfang an als ein zweisprachiges Werk konzipiert und vor allem van Swieten hat die Textunterlegung sehr sorgfältig revidiert (und dabei bisweilen in den Notentext eingegriffen). Im Kritischen Bericht wird zudem die italienische Übersetzung von Giuseppe Carpani abgedruckt; Haydn hat sie für gut befunden und auch selbst verwendet.

Zu keinem anderen Werk Haydns sind so viele Skizzen erhalten wie zur Schöpfung. Aufgrund dieser besonderen Situation werden die Skizzen nicht – wie sonst in der Gesamtausgabe praktiziert – im Anhang, sondern in einem eigenen Band (Reihe XXVIII, Band 3III) als Faksimile und Übertragung veröffentlicht.