Sinfonien um 1766–1769

 

Joseph Haydn Werke, Reihe I, Band 5a
Hrsg. v. Andreas Friesenhagen und Christin Heitmann
München: Henle, 2008
XVI, 206 Seiten, davon 168 Notenseiten, dazu Vorwort und Kritischer Bericht

 

Der Band enthält die Sinfonien Hob. I:26, 38, 41, 48, 58, 59 und 65. Von keiner dieser Sinfonien hat sich Haydns Autograph erhalten. Sie alle sind in zahlreichen Abschriften überliefert, die in der Regel nicht im näheren Umkreis des Komponisten entstanden sind. Ausnahmen sind die als authentische Quellen einzustufenden handschriftlichen Stimmensätze der Sinfonien 38, 41 und 48 des am Esterházyschen Hof tätigen Notenkopisten Joseph Elßler sen. Bis auf Sinfonie 26 wurden alle Sinfonien zu Haydns Lebzeiten im Druck veröffentlicht, wobei jedoch keine dieser frühen Ausgaben von Haydn autorisiert wurde. Für die Edition der Sinfonien 38, 41 und 48 konnte die jeweilige Abschrift Elßlers als Hauptquelle nominiert werden, bei den Sinfonien 26, 58, 59 und 65 war der Ausgangspunkt der Überlieferung aus Vertretern der unterschiedlichen Zweige des Stemmas zu ermitteln. Hier liegen der Edition demnach mehrere gleichberechtigte Quellen zugrunde.

Das Fehlen von Autographen bringt es mit sich, dass keine dieser Sinfonien sicher datiert werden kann. Aus der Kombination dokumentarischer Belege und stilistischer Kriterien lässt sich jedoch eine einigermaßen plausible Chronologie der Werke entwickeln. Demnach sind die sieben Werke mit großer Wahrscheinlichkeit zwischen 1767 und 1769 entstanden (im Jahr 1766 hat Haydn offenbar keine neue Sinfonie komponiert).

Die drei C-Dur-Sinfonien 38, 41 und 48 sind jeweils in mehreren Quellen mit Stimmen für Trompeten und Pauken überliefert. In ihrer Originalgestalt, die durch die Abschriften von Elßler beglaubigt ist, enthalten sie diese Stimmen jedoch nicht, so dass es sich hierbei in allen drei Fällen um Nachträge handeln muss. Die Untersuchung hat ergeben, dass diese Nachträge im Fall der Nr. 38 und 48 nicht auf Haydn zurückgehen; die Stimmen wurden daher nicht mit ediert. Bei Sinfonie 41 lässt sich aufgrund der breiten Überlieferung nicht ausschließen, dass Haydn selbst die Trompeten und Pauken ergänzte, weshalb die Stimmen hier im Kleinstich wiedergegeben werden.